Als Pflegekraft kann man im Arbeitsalltag auf schwierige Patienten stoßen. Diese können aggressiv, unkooperativ oder auch einfach nur ängstlich und verunsichert sein. Wie man als Pflegekraft in solchen Situationen richtig handelt und einen konstruktiven Umgang mit schwierigen Patienten findet, wird im Folgenden erläutert.
Verständnis und Empathie zeigen
Es ist wichtig, dass man als Pflegekraft Verständnis und Empathie für die Situation des Patienten aufbringt. Nur so kann man nachvollziehen, warum der Patient schwierig ist und gezielt darauf eingehen. Hierbei hilft es auch, sich in die Lage des Patienten zu versetzen und zu versuchen, seine Perspektive zu verstehen.
Klare Kommunikation
Eine klare und deutliche Kommunikation ist ebenfalls von großer Bedeutung. Man sollte dem Patienten in einfachen Worten erklären, was passieren wird und warum bestimmte Maßnahmen notwendig sind. Auch sollte man auf die Sprache des Patienten achten und gegebenenfalls die eigene Sprache anpassen.
Geduldig und gelassen bleiben
Es ist wichtig, in schwierigen Situationen geduldig und gelassen zu bleiben. Aggressives Verhalten des Patienten sollte nicht erwidert werden. Stattdessen sollte man versuchen, den Patienten zu beruhigen und ihm gegebenenfalls eine Pause zu gönnen.
Professionell bleiben
Auch wenn der Patient schwierig ist, sollte man immer professionell bleiben. Freundliche Umgangsformen und eine ruhige Stimme tragen dazu bei, dass der Patient sich sicher und gut aufgehoben fühlt.

Zusammenarbeit mit Kollegen
In schwierigen Situationen ist es sinnvoll, sich mit Kollegen abzusprechen und gegebenenfalls gemeinsam eine Lösung zu finden. Auch ein Austausch über Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Patienten kann helfen, die eigene Handlungsweise zu verbessern.
Vermeidung von Machtkämpfen
Es ist wichtig, keine Machtkämpfe mit dem Patienten auszutragen. Stattdessen sollte man versuchen, auf Augenhöhe zu kommunizieren und gemeinsam eine Lösung zu finden. Auch kann es hilfreich sein, dem Patienten zu zeigen, dass er über die Maßnahmen, die ihn betreffen selbst entscheiden kann, um ihm das Gefühl von Kontrolle zu geben.
Sicherheit gewährleisten
Gerade bei aggressiven Patienten ist es wichtig, die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Hierbei können geeignete Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Handschuhe oder Schutzkleidung, helfen. Auch sollte man sich gegebenenfalls Unterstützung von Kollegen oder der Polizei holen.
Gezielte Schulungen
Um im Umgang mit schwierigen Patienten besser geschult zu sein, kann es sinnvoll sein, gezielte Schulungen zu besuchen. Hierbei kann man lernen, wie man in schwierigen Situationen richtig handelt und Konflikte vermeidet. Pflegekräfte können auch ihren Arbeitgeber ansprechen und nach gezielten Schulungen für bestimmte Situationen fragen.
Selbstfürsorge nicht vergessen
Als Pflegekraft ist es wichtig, auch auf die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu achten. Der Umgang mit schwierigen Patienten kann emotional belastend sein und zu Stress führen. Deshalb sollten Pflegekräfte darauf achten, regelmäßig Pausen zu machen und sich gegebenenfalls Unterstützung von Kollegen oder einem Therapeuten zu holen.
Dokumentation
Eine gründliche Dokumentation ist ebenfalls wichtig, um im Umgang mit schwierigen Patienten abgesichert zu sein. Hierbei sollten alle relevanten Informationen, wie zum Beispiel das Verhalten des Patienten, festgehalten werden.
Deeskalationstechniken
In schwierigen Situationen können Deeskalationstechniken helfen, die Situation zu beruhigen. Hierbei geht es darum, den Patienten zu beruhigen und ihm das Gefühl von Sicherheit zu geben. Beispiele für Deeskalationstechniken sind zum Beispiel ein ruhiger Tonfall, freundliche Worte und ein respektvoller Umgang.
Vermeidung von Triggerfaktoren
Es ist wichtig, Triggerfaktoren zu vermeiden, die das Verhalten des Patienten verschlimmern können. Hierbei kann es helfen, die Bedürfnisse des Patienten zu kennen und auf seine individuellen Bedürfnisse einzugehen. Auch kann es sinnvoll sein, bestimmte Umgebungsbedingungen zu verändern, um den Patienten zu beruhigen.
Reflexion und Feedback
Nach schwierigen Situationen ist es sinnvoll, zu reflektieren und sich Feedback von Kollegen oder Vorgesetzten einzuholen. Hierbei geht es darum, die eigene Handlungsweise zu reflektieren und gegebenenfalls zu verbessern.
Respektvoller Umgang
Ein respektvoller Umgang mit schwierigen Patienten ist von großer Bedeutung. Auch wenn der Patient aggressiv oder unkooperativ ist, sollte man ihm stets respektvoll gegenübertreten und auf seine Bedürfnisse eingehen.
Klare Grenzen setzen
Es ist wichtig, klare Grenzen zu setzen und dem Patienten zu signalisieren, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptiert werden. Hierbei geht es darum, dem Patienten zu zeigen, dass man sein Verhalten nicht toleriert, ohne dabei aggressiv zu werden. Im Notfall kann wie bereits beschrieben die Polizei hinzugezogen werden und vom Hausrecht Gebrauch gemacht werden.

Fazit
Insgesamt gibt es viele unterschiedliche Strategien und Techniken, die im Umgang mit schwierigen Patienten helfen können. Wichtig ist es, Verständnis und Empathie für die Situation des Patienten aufzubringen und gezielt auf seine Bedürfnisse einzugehen. Auch ein respektvoller Umgang und klare Grenzen tragen dazu bei, eine konstruktive Atmosphäre zu schaffen und Konflikte zu vermeiden.
Abschließend kann gesagt werden, dass der Umgang mit schwierigen Patienten eine Herausforderung darstellt, die jedoch mit der richtigen Einstellung und den richtigen Techniken gemeistert werden kann. Pflegekräfte, die sich gezielt auf schwierige Situationen vorbereiten und regelmäßig reflektieren, sind besser in der Lage, schwierige Patienten zu betreuen und eine positive Atmosphäre zu schaffen.

